Schreckgespenst Digitalisierung? Warum sich Bau-Unternehmen vor der Digitalisierung fürchten und wie man dieser Angst begegnet

Die Baubranche gilt als weltweites Schlusslicht bei Arbeitsproduktivität, Digitalisierung und Innovation, zeigt eine Studie der WKO. Während bereits in einigen Branchen, wie die Automotive oder die Elektronik, mit einem sehr hohen Grad an Digitalisierung gearbeitet wird – was für das Bestehen am Markt auch ein MUSS ist – ist man in den Branchen Bau- und Immobilien noch meilenweit von einer vergleichbaren Durchdringung an Digitalisierung entfernt.

Der Druck vom Markt in Mitteleuropa scheint für die Unternehmen noch nicht spürbar genug zu sein, um bereits jetzt mit Nachdruck in die Standardisierung und Digitalisierung zu investieren. (Quelle: Studie „Potenziale der Digitalisierung im Bauwesen“ durchgeführt von WKO und Nachhaltig Wirtschaften)

Studien zeigen: die Angst vor Risiken und Kosten hemmt die digitale Transformation im Bau

Eine Studie des Instituts für Interdisziplinäres Bauprozessmanagement aus dem Jahr 2017 bestätigt, dass die Bauherren, Konsulenten und Ausführenden in kleinen und mittleren Unternehmen grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber Digitalisierung sind. Das größte Potenzial der Digitalisierung im Bauwesen wird im effizienteren Planungsprozess und dem Betreiben von Gebäuden und Infrastruktur gesehen. Dennoch erfolgt der Datenaustausch zwischen Unternehmen derzeit großteils über PDF-Dateien und nicht durch digital bearbeitbare Dateiformate (wie z.B.: IFC Industry Foundation Classes Format).

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer (73,5 %) hat noch nie mit Building Information Modeling (BIM) gearbeitet. Die Bekanntheit von BIM hat in der Branche zwar zugenommen, allerdings ist sie unter den Planern und Architekten weit mehr verbreitet als bei ausführenden Unternehmen. 61 % der kleinen und mittleren Unternehmen wollen in den nächsten fünf Jahren BIM im Betrieb verwenden.

KMUs fürchten den Mehraufwand durch die Planung mit Building Information Modeling gegenüber der konventionellen Planung. Die flächendeckende Einführung von Building Information Modeling scheiterte bislang vor allem an der geringen Bereitschaft der Bauherren die Mehrkosten in der Planung durch BIM zu bezahlen. Eine weitere Herausforderung stellen die erforderlichen Schulungen und Fortbildungen zu Digitalisierungsthemen dar und die damit einhergehenden hohen Kosten.

In der Studie des BRZ (Spezialist für Organisation und Bauinformatik) wurden 2016 über 400 Personen aus den Bereichen Bauplanung und -ausführung befragt. Die größten IT-Trends in der Baubranche kristallisieren sich schnell heraus.

  • Mobilität: Unter Mobilität wird die orts- und zeitunabhängige Verfügbarkeit von Programmen, Informationen und Daten verstanden. Die häufigsten Anwendungen von mobilen Lösungen bei ausführenden Unternehmen sind demnach die Aufmaßerfassung, das Führen des Bautagebuchs, die Nachtragserfassung sowie das Erfassen von Mängeln und die Abnahme. Die mobile Erfassung von Arbeitsstunden ist noch nicht weit verbreitet.
  • IT-Sicherheit: Für fast alle befragten Unternehmen ist die IT-Sicherheit ein zentrales Thema. Als größtes bestehendes Risiko werden die „eigenen Mitarbeiter“ identifiziert, welche durch Unwissenheit, Unsicherheit oder Nachlässigkeit leicht abzuwendende Angriffe verursachen können. Ein entsprechender Schutz des Unternehmens ist daher nur durch technische und organisatorische Maßnahmen möglich.
  • Cloud-Computing: Die Bekanntheit von Cloud-Computing ist groß, allerdings ist der Einsatz noch nicht weit verbreitet. Am öftesten werden Cloud-Dienste von Architekten und Planern genutzt. Als mögliche Vorbehalte werden die Kosten, die Sicherheit und die rechtlichen Grundlagen zur Nutzung entsprechender Dienste identifiziert.

Was ist BIM (Building Information Modeling)?

Darunter versteht man

  • ein umfassendes digitales Abbild eines Bauwerks mit großer Informationstiefe („build digitally first“)
  • die Darstellung der dreidimensionalen Geometrie der Bauteile (Ermittlung von Massen, wie aus CAD-Systemen bereits bekannt)
  • die Ergänzung um nicht-geometrische Zusatzinformationen wie Materialeigenschaften, Typinformationen, technische Eigenschaften, Kosten, Termine – alle Informationen sind im Modell integriert
  • eine innovative Arbeitsweise unterstützt durch eine Software, die eine Anpassung von internen Prozessen benötigt und einen gesamtheitlichen Ansatz ermöglicht.
  • ein intelligentes digitales Gebäudemodell, das es allen Projektbeteiligten ermöglicht, gemeinsam an diesem integralen Modell zu arbeiten und dieses zu realisieren
  • (Quelle: Building Information Modeling – Borrmann, König, Koch, Beetz Hrsg und Definition der Wirtschaftskammer Österreich)
Bild1 Ansicht IFC Modell und Daten im ERP System

Mit einem ERP System zur Digitalisierung

Wir bei NAVAX bieten gemeinsam mit unserem Partner Network Dimensions schon seit Jahren eine voll integrierte ERP Lösung für das Bau- und Baunebengewerbe und haben bereits viele Projekte erfolgreich am Markt umgesetzt.

Derzeit entwickeln wir gerade eine Schnittstelle zum BIM (Building Information Modelling), die bereits in Kürze eine Anbindung zum BIM CAD ermöglicht. Damit schaffen wir eine direkte Verbindung vom BIM Modell zu den ERP Daten und umgekehrt.

Bild2 Ansicht IFC Daten im Megabau Raumbuch verarbeitet

Mit dem richtigen Partner wird der Schritt in die Digitalisierung zum Erfolg

Die Zukunft wird noch viele Veränderungen sowie auch Herausforderungen und Arbeit in diesem Bereich bringen. Nur jene Unternehmen werden bestehen, die spätestens JETZT die Notwendigkeit zum Handeln erkennen. Denn die bisherigen Ausreden, wie zum Beispiel „zu hohe Kosten für die Investitionen“, haben vielleicht in der Vergangenheit ihre Berechtigung gehabt, doch heute gibt es schon viele effiziente und auch leistbare Produkte für KMUs.

Da wir die Notwendigkeit der Digitalisierung am Bau schon früh erkannt haben, können wir bereits jetzt den Unternehmen aus der Branche ein hoch standardisiertes ERP System anbieten. Unser Kompetenzcenter Bau+ ist schon bestens dafür gerüstet, um interessierte Unternehmen auf diesem Weg begleiten zu können!

Hier geht’s zu den NAVAX Lösungen >>

Capability Map Bau- und Baunebengewerbe

Autor: Christian Moser

Leiter des Kompetenzcenters Bau+ bei NAVAX

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