Silicon Valley – Netzwerken im „Ort des Lebens“

Das Silicon Valley ist einer der bedeutendsten Standorte der IT- und High-Tech-Industrie weltweit und vereint auf einer Größe von ungefähr 70 Kilometern Länge und 30 Kilometern Breite die geballte Ladung an Wissen und Innovation. „Netzwerken“ ist dort das Schlüsselwort schlechthin.

Als ich im Rahmen der Digital Business Trends gebeten wurde, bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Silicon Valley Mythos“ mitzuwirken, nahm ich die Gelegenheit wahr, von meinen eigenen Erfahrungen aus meinem Besuch dort zu berichten.

Im Silicon Valley findet eine enge Verzahnung hochausgebildeter Menschen statt. Sie kommen aus der ganzen Welt, sind offen für den gegenseitigen Austausch und wollen einander inspirieren. Gefördert wird diese Einstellung durch das Leben im Micro-Kosmos, mit anderen Arbeitszeiten und Lebenseinstellungen als bei uns in Österreich bzw. Europa.

Das spiegelt sich auch in der Büroausstattung wider: Büros werden zum Lebensraum und sind nicht der „Ort des Arbeitens“. Alles Dinge, die meines Erachtens Vorbildwirkung für uns haben und auch in Österreich verstärkt umgesetzt werden sollten.

Scheitern ist nicht der Untergang
Was mir sehr imponierte: Scheitern ist in den USA erlaubt. Denn Kapitalgeber investieren auch in eine Person mit einer Idee, die im Vorfeld schon einmal Schiffbruch erlitten hat, da die Wahrscheinlichkeit doch sehr groß ist, dass aus den Fehlern gelernt wurde und eben diese normalerweise kein zweites Mal passieren. Schaut man nach Österreich, da ist es ganz anders. Hier bei uns in Europa ist diesbezüglich die Einstellung: Nach einer Insolvenz befindet man sich am Rande der Gesellschaft und die Gesetzgebung legt einem erneuten Unternehmertum Steine in den Weg. Das empfinde ich extrem kontraproduktiv.

Bürokratie, soweit das Auge reicht
Auch Förderungen funktionieren in Österreich anders: Sie werden von Sachbearbeitern in öffentliche Stellen vergeben. Ihr Augenmerk liegt auf der Erfüllung von bürokratischen Formalitäten und nicht auf dem eventuellen Erfolg einer Idee. Die Einhaltung der Auflagen ist mit sehr viel Aufwand verbunden, den oftmals nur große Unternehmen in Angriff nehmen und der kleinere Firmen total abschreckt. Da hakt es in unserem System, in dem der Formalismus im Mittelpunkt steht – das gehört meiner Meinung nach geändert und vereinfacht.

Österreichs Innovationskraft
In Österreich gibt es mittlerweile auch vereinzelte Innovationshubs, die allerdings nicht zentral an einem Ort angesiedelt sind, so wie im Silicon Valley. Sie sind verteilt in verschiedenen Bundesländern und dadurch fehlt es bei uns noch an Durchschlagskraft. An innovativen Ideen mangelt es uns nicht, nur müssen wir noch lernen, diese bei uns im Land zu behalten. Derzeit fungieren wir Länder Europas als Vordenkländer und haben tolle Ideen, die ins Silicon Valley abgezogen werden und dortbleiben. Extrem hohe Gehälter und andere Anreize machen das möglich. Das heißt, der Samen wird in Europa gesät, aber vom Silicon Valley aufgesaugt und vereinnahmt. Zukünftig sollte das Ziel sein, eine österreichische Idee nicht nur gut zu verkaufen, sondern auch darauf zu achten, dass das Geld wieder zu uns ins Land zurückfließt und nicht in den USA bleibt.

Autor: Oliver Krizek

Oliver Krizek, MBA, MLE, ist seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Beratungsbranche tätig. Äußerst erfolgreich führt er als Eigentümer und CEO die NAVAX Unternehmensgruppe, die in den letzten Jahren auf 180 Mitarbeiter gewachsen ist. Er gilt in der Branche als Innovator und Vorantreiber neuer Ideen, engagiert sich als Mentor in Start-Up Unternehmen und betätigt sich als Sponsor von Randsportarten. Sportlich aktiv ist Oliver Krizek am Rad sowie auf den Skiern. Auch einer guten Partie Golf ist er nie abgeneigt.

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