Agile Projektmethodik für eine Radreise? – Ein Selbstversuch

Am 1. Juli 2016 habe ich für 83 Tage den Bürosessel bei NAVAX gegen den Sattel meines Reiserades getauscht. Unsere Marketingabteilung hat mich gebeten, meine Erfahrungen in einem Blogbeitrag zusammenzuschreiben, und diesen Wunsch erfülle ich sehr gerne.

Mein Kollege Jakob Weinknecht schreibt in seinem Blog-Artikel zur agilen Projektmethodik: „Am Beginn des Prozesses sind Anforderungen und Lösungen unklar und werden im Zuge des evolutionären Prozesses erarbeitet“. Auch wenn wir im Vorfeld unserer Reise die Strecke recht akribisch geplant haben, waren sowohl Verlauf als auch Ausgang unserer Reise unklar.

Unsere Vision: Vom Norden Norwegens nach Porto in Portugal mit dem Rad zu reisen.
Der Verlauf und der Ausgang: Offen.
Freuen uns Radfahren und Zelten für so lange Zeit? Bleiben wir gesund? Hält das Material?

Gebucht hatten wir nur den Hinflug nach Tromsø und am 18. Oktober sollte ich wieder an meinem Schreibtisch bei NAVAX sitzen – das waren unsere Fixpunkte. Die ersten Wochen verliefen bilderbuchhaft, wir hielten den ein oder anderen Review ab, um unsere Anforderungen und Bedürfnisse abzugleichen und den weiteren Verlauf der Reise zu definieren. Dank meiner Reporting-Fähigkeiten hatten wir alle relevanten Zahlen bei der Hand.

Denn die Abstinenz vom freitäglichen Vertriebsmeeting kompensierte ich in einem wöchentlichen Statusmeeting am Freitagabend, bei dem die wichtigsten Kennzahlen präsentiert wurden. Um diese gut vorbereitet abgeben zu können, wurde täglich Buch geführt.

wochenzusammenfassung
Die Wochenzusammenfassung zeigte dann die gefahrenen Kilometer, die Höhenmeter etc.

Zugegeben etwas simpel und ohne Filter- oder Drill-Down-Funktionalität (hoffentlich hat unser BI-Team Nachsicht mit mir) aber dafür 100%ige offline verfügbar. Wir blieben bei der geplanten Strecke und fuhren durch die atemberaubende Landschaft Norwegens und Schwedens, kämpften an der dänischen Westküste gegen unmenschlichen Wind, waren verwundert, wie viele Deichschafe es an der Norddeutschen Küste gibt, überprüften durch eine Geruchsprobe die Qualität der niederländischen Hanfplantagen und kosteten die viel gepriesenen belgischen Pommes.

collage 1Und dann kam der Review, der Perchtoldsdorf an die Stelle von Porto setzte. Es war der Tag, an dem wir die ersten Hügel seit 1.300 fad, flachen Kilometern feierten, sich die hinteren Radtaschen dreimal während der Fahrt vom Gepäckträger verabschiedeten und wir knapp dem Rasenmäher-Mann entgingen. Vielleicht waren die Nerven ein wenig lädiert, aber die Vorstellung der weiteren Reise durch Frankreich, Spanien und Portugal fühlte sich nicht mehr gut an. Zu viele der bisherigen Erlebnisse waren noch nicht verarbeitet, zu schnell und nicht mehr so bewusst „konsumierten“ wir neue Länder, Eindrücke und Begegnungen – der Geist konnte unserem Körper nicht folgen. Also entschieden wir ab jetzt nach Osten zu fahren in Gegenden, die uns bekannt(er) waren.

Bedingt durch die Streckenänderung würden wir um die Befahrung der Pyrenäen umfallen. Daher beschlossen wir, nicht auf direktem Weg Richtung Heimat zu fahren, sondern einen kleinen Umweg über die Alpen zu nehmen. Der Spätsommer gab ein extra Gastspiel und so genossen wir wunderbare Tage in der Schweiz und in Südtirol. Das Höhenmeter-Konto wurde noch einmal kräftig aufpoliert und ich konnte meine Liste der mit dem Rad befahrenen Pässe um etliche ergänzen.

collage 2

Rückblickend hat sich gezeigt, dass das Anwenden der agilen Projektmethodik die absolut richtige Entscheidung war und so zu einem erfolgreichen Abschluss eines unvergesslichen Projektes geführt hat.

Und um hier noch die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage zu beantworten „Tut der Hintern nach ein paar Tagen nicht furchtbar weh?“ Nein!

Und auch eine dritte Pobacke ist mir nicht gewachsen, um die Befürchtung eines Kollegen zu beruhigen. Während einer Radreise bleibt man oft stehen, um zu fotografieren. In unserem Fall sind 6219 Fotos entstanden. Das macht knapp 83 Fotos pro Tag. Das entspricht einem Foto pro gefahrenem Kilometer. Durchschnittlich haben wir für einen Kilometer ca. 3 Minuten 30 benötigt. Das sind ca. 18 Pausen in der Stunde, wie soll einem so eine zusätzliche Pobacke wachsen?!

Ich danke NAVAX für die unbürokratische Lösung bei der „Auszeit“ und den vielen motivierenden Kommentaren während der Reise. Es macht Spaß, in solch einem Team zu arbeiten.

paesse

P.S. Ein paar mehr Details zu der Reise gibt es hier: http://www.love2.bike/radreise-norwegen/

 

Autor: DI (FH) Hana Bergh, MSc

DI (FH) Hana Bergh, MSc Business Manager xRM, studierte Innenarchitektur in Wiesbaden und New Media Management an der Donau Universität Krems. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Systemdesignerin in Deutschland startete Hana Bergh ihre Karriere 2008 bei NAVAX, welche sie vom Consulting über Manager Project Team für Business Consulting für CRM zum Business Manager xRM führte. Ihre Schwerpunkte lagen in der Konzeption und Durchführung von Strategie- und Prozess-Workshops. Hana Bergh war Mitverantwortliche bei der Einführung von CRM-Systemen in zahlreichen Unternehmen. Heute verantwortet Sie den kompletten Bereich Business Management xRM bei NAVAX. Sport ist bei ihr ein Must-have! Neben Laufen reist sie liebend gerne mit dem Rad durch die Welt ganz nach dem Motto: love2bike!

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