German CRM Forum 2016

german crm forum

„Moin, Moin!“ hieß es um 09:15 Uhr am 16.02. in München. Und mit der schon fast obligatorischen Begrüßung von Martin Nitsche, startete das 6. German CRM Forum.

Ich gebe zu, dass es das German CRM Forum 2016 im Vorfeld bei mir schwer hatte. Noch recht präsent waren die guten und lange nachwirkenden Vorträge von Frau Schüller und Herr Dahmen des letzten Jahres. Solch klingenden Namen nicht sofort im Programm findend, schraubte ich meine Erwartungshaltung etwas runter.

Um es vorweg zu nehmen – meine Sorge war unbegründet.

Meine zwei Highlights der Veranstaltung waren die Vorträge von Herrn Blümelhuber („Authentische, nachhaltige Kundenbeziehungen?“) und Herrn Seeger (Social CRM 2016 – Allmacht, Alltag oder Albtraum?). Beide Vortragenden keine reinen CRMler und damit den Vorteil die Anforderungen und Herausforderungen der CRM Branche aus einer befreiten Perspektive beurteilen zu können. Ihre Anregungen und Anstöße hatten somit nichts mit optimierten und integrierten Prozessen zu tun. Vor allem Herr Blümelhuber rüttelte sehr am CRM und warnte vor der Gefahr CRM könne zu Xavier Naidoo werden: schmierig, allgegenwärtig und unerträglich! Er forderte dazu auf nicht mehr den Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, sondern die Fähigkeiten eines Unternehmens. Dieses Unternehmen solle unter der Leitung eines postheroischen Managements endlich nach seinen Möglichkeiten handeln. Eine ähnliche Botschaft hatte Herr Seeger: „Be Somebody’s Lover nicht Everybody’s Darling!“ Waren bei der Französischen Revolution Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit Werte für die gekämpft wurde, stehen für Social CRM heute: Dummheit – Gleichheit – Feigheit. Wobei der Kunde die Dummheit, das Unternehmen die Feigheit und die immer wiederkehrenden Inhalte und Angebote eines Unternehmens die Gleichheit repräsentieren. In seinem mitreißenden Vortrag forderte Herr Seeger auf die Dummheit durch Liebe, die Feigheit durch Autorität und die Gleichheit durch Aufmerksamkeit zu ersetzen.

So hat also das German CRM Forum auch dieses Jahr einen inspirierenden Input geliefert und mit einer weiteren positiven Überraschung noch einen drauf gesetzt: die oft ernüchternde, da viel zu sehr im Einklang und maximal ergänzend als kontroverse Podiumsdiskussionen. Der zunächst sehr unspektakuläre Titel „CRM Trends 2016“ sollte noch den Untertitel „Blümelhuber vs. Hansen flankiert von Hafner“ tragen. War Herr Hansen in seinem Vortrag (Driving Sales in a viral world) eher distanziert und in seinen Aussagen kryptisch, wurde er während der Podiumsdiskussion sehr direkt. Mit der Frage an Herr Blümelhuber gerichtet „Glauben Sie wirklich an das was Sie gerade gesagt haben!?“ eröffnete er eine sehr interessante Diskussion. Es ging um die Frage welches Konzept das bessere sein: Customer driven oder driving the customer. 100%ig beantwortet wurde die Frage nicht und wahrscheinlich wird die Wahrheit auch irgendwo dazwischen liegen. Ich zumindest bin schon gespannt auf das German CRM Forum 2017 – ob meine Erwartungen erfüllt werden?

Autor: Hana Bergh

DI (FH) Hana Bergh, MSc Business Manager xRM, studierte Innenarchitektur in Wiesbaden und New Media Management an der Donau Universität Krems. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Systemdesignerin in Deutschland startete Hana Bergh ihre Karriere 2008 bei NAVAX, welche sie vom Consulting über Manager Project Team für Business Consulting für CRM zum Business Manager xRM führte. Ihre Schwerpunkte lagen in der Konzeption und Durchführung von Strategie- und Prozess-Workshops. Hana Bergh war Mitverantwortliche bei der Einführung von CRM-Systemen in zahlreichen Unternehmen. Heute verantwortet Sie den kompletten Bereich Business Management xRM bei NAVAX. Sport ist bei ihr ein Must-have! Neben Laufen reist sie liebend gerne mit dem Rad durch die Welt ganz nach dem Motto: love2bike!

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